Die Pfunde purzeln lassen, den Körper definieren oder die auf die Bikinifgur hinarbeiten – Ausdrücke, um Diäten zu beschreiben gibt es viele, gemeinsam haben sie alle eins: Möglichst schnell und effizient Abzunehmen. Diäten hingegen gibt es wie Sand am Meer. Während, die eine vorschreibt, nahezu gar nichts zu essen, kommt es bei der anderen lediglich auf die Uhrzeit der Mahlzeit an.

Bei der Frage nach dem richtigen Weg zum Abnehmen spalten sich die Geister. Ob erfolgreich oder nicht, wir haben uns gefragt: Wie nehmen die Deutschen am liebsten ab? Um diese Frage zu beantworten, berufen wir uns auf die Daten des Gesundheitsportals „meinbauch.net“. In ihrer Auswertung haben sie die Anzahl der Instagram-Hashtags von 158 Diäten verglichen und so herausgefunden, welche Diäten in Deutschland im Schnitt am liebsten durchgeführt bzw. begonnen werden. Das sind die zehn beliebtesten Diäten Deutschlands:

 

1. Clean Eating

„Du bist, was du isst.“ Dieser einfache Spruch steckt hinter dem Ernährungsprinzip Clean Eating. Es handelt sich hierbei eher um eine Philosophie als um einen neuen Diättrend. Hinter dem Prinzip Clean Eating steckt nämlich die Idee, durch die eigene Ernährungsweise seinen Lebensstil dauerhaft zu verbessern.

Aber wie isst man clean? Das Clean Eating geht auf die amerikanische Autorin Tosca Reno zurück. Sie behauptet, dass die Ernährung zu 80 % beeinflusst, wie wir uns fühlen. Auf Grund dessen, sagt Reno, sollten wir unserem Körper unnötigen Ballast ersparen und ihm nur das zuführen, was wir brauchen. Heißt im Klartext: Adieu chemische Zusatzstoffe und industriell hergestellte Nahrungsmittel. Auf dem cleanen Speiseplan sollten (möglichst) ausschließliche natürliche Nahrungsmittel stehen. Künstliche Zusätze haben in der Küche und auf dem Teller nichts mehr zu suchen.

Frisch zubereitetes Essen mit gesunden, unbehandelten Lebensmitteln: Kein Wunder, dass das Clean Eating unter den deutschen Diäten der Favourit ist. Tatsächlich steht hierbei auch nicht nur, dass Abnehmen im Vordergrund, sondern das Ziel, bewusster und gesünder zu essen. Clean Eating verhilft somit dabei, seinen Lebens- und Essensstil langfristig und effizient zu verändern.

 

2. Detox-Diät

Bei der Detox-Diät ist es das Ziel, den Körper von Schadstoffen zu befreien. Sie wird deshalb auch Entschlackungskur genannt. Indem der Körper entgiftet wird, kann das Säure-Base-Gleichgewicht wiederhergestellt und gleichzeitig Gewicht verloren werden. Außerdem soll durch die Detox-Diät das Immunsystem gestärkt und die Alltagsenergie gesteigert werden. Um dies zu bewerkstellogen, stellt man seine Essgewohnheiten in der Detox-Diät auf eine basische Ernährung um.

Entschlacken wird für viele zur Herausforderung. Damit der Körper richtig von den Giften befreit werden kann, fastet man während der Detox-Diät nämlich für eine Woche oder länger. Meist verzichtet man drei Wochen auf feste Nahrung und greift stattdessen auf Gemüsebrühen, ungezuckerte Kräutertees oder frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte zurück. Gezuckerte Getränke sowie Kaffee oder Alkohol sind nämlich auch tabu! Besonders das Fasten fester Nahrung sorgt bei vielen, die die Diät durchführen, für Kopfschmerzen und Schwächegefühl. Grund: Natürlich der ungewohnte Hunger.

Obwohl die Detox-Diät in Deutschland so einen großen Boom hat, ist ihre Wirkung umstritten. Wissenschaftler sind sich nicht mal sicher, ob es das „Schlacken“ in unserem Körper überhaupt gibt. Möglicherweise brauchen wir gar keine Entgiftung.

 

3. Low-Carb-Diät

Kohlenhydrate sind während der Low-Carb-Diät auf dem Speiseplan tabu. Low Carb heißt nämlich Kohlenhydrat-Verzicht. Wer auf Brot und Nudeln verzichtet und sich stattdessen sehr eiweiß und fettreich ernährt, nimmt schnell ab. Am Boomen ist nicht nur die Low-Carb-Diät an sich, sondern die vielen neuen Trend-Gerichte, die mit dem Essensprinzip konform gehen. Hierzu gehören neben speziellen Protein-Shakes, die asiatischen Shirataki-Nudeln, die Konjakkapseln und der Konjak-Reis. Letztere sorgen für ein schnelles Sättigungsgefühl und enthalten nahezu gar keine Kohlenhydrate. Hier erfahren Sie mehr über die Shirataki-Nudeln.

Wer eine Low-Carb-Diät durchfürhen möchte, braucht auf jeden Fall einen festen Ernährungsplan. Wichtig ist – wie eigentlich bei jeder Diät – dass man die Ernährung langsam umstellt. Also nicht von dem einen auf den anderen Tag vollkommen auf Kohlenhydrate verzichten, sondern sich Schritt für Schritt anders ernähren. Selbstverständlich purzeln die Pfunde bei einer schnellen Umstellung deutlich schneller. Dies ist aber nicht nur ungesund, sondern führt meist auch zum berühmt berüchtigten Jojo-Effekt. Wir helfen dir hier einen Ernährungsplan zu erstellen, um den richtigen Start in die Low-Carb-Diät zu finden. Außerdem erfährst du hier alles, was du über den Low Carb wissen musst.

 

4. Weight Watchers

Spätestens nach dem rauf- und runterlaufenden Fernsehspot kennt jeder den größten „Diätklub“ Deutschlands: Weight Watchers. Bei dem Diät-Programm der Firma Weight Watchers sind alle Lebensmittel erlaubt. Aber: Jedem Lebensmittel ist ein bestimmter Punktewert zugeordnet. Dieser setzt sich zusammen aus dem Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Eiweiß und Zucker. Wer an dem Programm teilnimmt, bekommt jeden Tag ein neues Maxium an Punkten zugeordnet, dass er nicht überschreiten darf. Hält man sich an die Punktezahl, kann man schnell und effektiv abnehmen.

Das Programm selbst spielt sich nicht nur online, sondern auch in „Real-Life“ ab. Wöchebtlich werden sogenannte Abnehmtreffen angeboten, bei dem man sich öffentlich Wiegen kann. Sinn und Zweck der Sache ist, das Abnehmen als gemeinschaftliches Ziel anzugehen. Motivation durch Leute, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, und einen ausgebildeten Gruppenleiter können bei der Diät sehr behilflich sein.

 

5. Ketogene Diät

Ketogen heißt nicht Low Carb, sondern No Carb. Bei dieser Diät wird nahezu komplett auf Kohlenhydrate verzichtet. Wie bei der Low-Carb-Diät wird stattdessen auf eine fett- und porteinreiche Ernährung gesetzt. Dazu gehören Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Eier, Nüsse und kohlenhydratarmes Gemüse. Der Energiebedarf des Körpers wird durch die Verbrennung von Fettzellen und Ketonkörpernder Leber gedeckt. Das ist der Grund, warum man bei der Ketogenen Diät in so kurzer Zeit abnimmt.

Ziel der Ketogene Diät ist es, den Körper in eine Form des Hungerzustandes zu versetzen, die sogenannte Ketose. Auf Grund dessen ist diese Diät sehr umstritten. Viele halten sie für ungesund und gefährlich für den Körper. Diese extreme Ernährungsweise eignet sich deswegen nicht für einen langen Zeitraum und sollte auf jeden Fall nicht zum dauerhaften Lebensstil werden.

 

6. Paleo-Diät

Steinzeitdiät wird diese Ernährungsform genannt – und das nicht ohne Grund. Idee der Paleo-Diät ist es, sich so zu ernähren, wie es die Steinzeitmenschen ursprünglich taten. Gemüse, Früchte und hochwertige Tierprodukte stehen bei der sogenannten „artgerechten Ernährung“ auf dem Speiseplan. Gegessen wird nach dem Vorbild der Jäger und Sammler, weil das gesünder sei, denken die Anhänger der Paleo-Diät. Dass dabei noch ein paar Pfunde purzeln ist für sie eher ein netter Nebeneffekt. Schließlich steht der Gesundheitsaspekt der Diät im Vordergrund.

In Deutschland hat die Steinzeitdiät einen großen Hype ausgelöst. Essen wie vor Zehntausenden Jahren kann man hier mittlerweile auch in eigenen Paleo-Restaurants. Sogenannte „nicht artgerechte Speisen“, we behandelte Lebensmittel, Alkohol, Zucker und Getreide sind hier tabu.

 

7. Fasten

„Sich für eine bestimmte Zeit ganz oder teilweise der Nahrung enthalten oder auf den Genuss bestimmter Speisen verzichten“, so lautet die Definition für Fasten im Duden. Ursprünglich wurde aus religiösen Gründen gefastet. Mönche, die Buße tun. Muslime, die den Ramadan zelebrieren. Buddhisten, die frei von menschlichen Befinden werden möchten. Sie alle fasteten und fasten. Mit Abnehmen hat der Essensverzicht bei ihnen aber nichts zu tun. Anders als in einer Fasten-Diät.

Ob Verzicht auf Obst, Zucker oder das gesamte Essen: Aus der Diät-Branche ist das Prinzip des Fastens mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Wer in seiner Diät fastet, hat nur ein Ziel vor Augen: Abnehmen – und das möglichst schnell. Zusätzlich werden dem Fasten jedoch auch gesundheitliche Vorteile zugeschrieben. Ähnlich wie bei der Detox-Diät soll die reine Fasten-Diät zum Entgiften des Körpers beitragen. Solch eine Fastenkur sollte man jedoch nur einmal im Jahr machen.

 

8. Intervallfasten

Nicht was, sondern wann: darum geht es beim Intervallfasten. Wie der Name schon sagt, dürfen Speisen nur in einem bestimmten Zeitraum aufgenommen werden. Wichtig ist vor allem, dass in der Zeitspanne keine Kalorien aufgenommen werden. Dadurch wird dem Körper nämlich die Möglichkeit gegeben, seine Zellen zu regenerien.

Aber warum reicht es, nur für ein Intervall zu fasten? Nun, wissenschaftliche Studien zeigen, dass die gesunheitlichen Vorteile, die das Fasten mitbringt, bereits nach wenigen Stunden auftreten. Beim Intervallfasten, auch intermittierenden Fasten genannt, wird deshalb nur 16 Stunden oder ein bis drei Tage die Woche gefastet. Dies hilft nicht nur bei der Gewichtsabnahme, sondern stärkt auch die Gesundheit.

 

9. Eiweiß-Diät

Schwangerschaftspfunde ablegen, Bikinifigur definieren oder Muskeln aufbauen – Nicht nur beim Wunsch nach Gewichtsverlust ist die Eiweiß-Diät sehr beliebt. Besonders Sportler schwören auf diese Ernährungsweise. Die besteht während der Eiweiß-Diät nämlich vor allem aus Proteinen. Außerdem dürfen hochwertige Kohlenhydrate und gesunde Fette verzehrt werden. Dadurch stehen dem Körper genügend Eiweiße zum Muskelaufbau zur Verfügung.

Zum Abnehmen feiert die Diät so eine große Beliebtheit, da sie unkompliziert und simpel ist. Anders als beim Low Carb oder der Paleo-Diät muss man sich in seinem Speiseplan nicht stark einschränken und kann sich trotz Diät vielfältig und abwechslungsreich ernähren. Dies führt zu einem weiteren Pluspunkt: Die Gefahr, das der sogenannte Jojo-Effekt auftritt, ist deutlich geringer. Außerdem bleiben krampfhaftes Kalorienzählen und ungesundes Hungern aus. Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Unlust treten deshalb, anders als bei den meisten Diäten, selten auf. Wer eine Eiweiß-Diät macht, kann abnehmen und trotzdem Spaß am Essen haben. Wahrscheinlich feiert die proteinhaltige Ernährungsweise deshalb auch bei Stars und Sternchen so eine große Beliebtheit.

Vorsicht ist jedoch auch hier, wie bei jeder Diät, geboten. Mehr als zwei Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht sollte man am Tag nicht zu sich nehmen. Experten mahnen dringendst dazu, die Obergrenze zu beachten.

 

10. Atkins-Diät

Die Low-Carb-Idee begegnet einem auch bei der Atkins-Diät. Anders als beim Low Carb wird hier jedoch ein vierphasiger Ernährungsplan aufgestellt. Benannt wurde die Diät nach ihrem Erfinder Robert Coleman Atkins, der von dem schnellen Abnehmergebnis begeistert war.

Zu Beginn der Atkins-Diät werden ausschließlich Proteine und Fette konsumiert, um den Energiebedarf zu decken. Um dem Low-Carb-Gedanken treu zu bleiben, wird die Verzehrung von kohlenhydratreichen Lebensmitteln jedoch drastisch reduziert. Für Vegetarier ist diese Diät schlecht geeignet. Auf der Speisekarte stehen nämlich vor allem Speck, Steaks und außerdem Eier. Nudeln, Reis, Kartoffeln und sogar Gemüse sind tabu. Wie gesund die Atkins-Diät für den Körper ist, wird deshalb in der Wissenschaft heftig diskutiert.

Ziel der vier Phasen im Ernährungsplan ist das Wunschgewicht. Die vierte Phase beschreibt deshalb auch eine lebenslange Ernährungsumstellung, ist also der Idealzustand. Damit diese  Endphase erreicht wird, steigert man die Kalorienzufuhr von Stufe zu Stufe.

 

Wie gesund ist es, auf Kohlenhydrate zu verzichten?

Insgesamt ist die kohlenhydratarme Ernährung stark umstritten. Experten sind der Meinung der vollkommene Verzicht auf Kohlenhydrate erhöhe beispielsweise das Arteriosklerose-Risiko. Von der Atkins-Diät und der Ketogenen Diät ist aus gesundheitlichen Gründen also eher abzuraten. Wer ohne Kohlenhydrate abnehmen möchte, sollte deshalb den milderen Weg, der Low-Carb-Diät, gehen. Zwar wird auch hier kohlenhydratarm gegessen, aber nur begrenzt und in einem gesunden Rahmen.

Eine ausgewogene, körperfreundliche Ernährungsweise steht beim Low Carb immer noch an erster Stelle. Auf wichtige Nahrungsmittel, wie Obst und Gemüse, muss nicht verzichtet werden. Ein Muss gibt es generell nicht. Hier erfahren Sie, wie Sie am besten mit einer Low-Carb-Diät beginnen.